Trotz großem Erfolg: die Villa Fernsicht schließt nach der Saison 2010 endgültig ihre Tore
nach 110 Betriebsjahren wird eine würdige Abschlusssaison präsentiert – Publikumsmagnet Grusellabyrinth sucht neuen Standort

Das Thema "Zukunft der Villa Fernsicht" hat Ende des Jahres 2009 für große Aufregung in Schwentinental gesorgt. Hintergrund ist der Bauantrag der Villa Fernsicht zur langfristigen Bestandserhaltung des Traditionslokals eine Attraktionshalle mit Deutschlands größtem Grusellabyrinth als Hauptattraktion zu errichten. Eine Baugenehmigung wurde trotz eines seit 2007 bestehenden positiven Bauvorbescheides nicht ausgestellt. Dies liegt vor allem an der zu geringen Parkplatzanzahl, die für das Projekt bisher vorgesehen war. Die Schaffung von 120 neuen und lärmgeschützten Parkplätzen wäre auf dem Gelände der Villa zwar theoretisch möglich, um das Problem zu lösen, jedoch würde die Genehmigung dieser Parkplätze auf Grund eines fehlenden Bebauungsplans zu viel Zeit in Anspruch nehmen.
Damit befand sich die Villa Fernsicht zuletzt planerisch in einer Sackgasse.

Mit einer klaren Entscheidung beziehen wir, die Familie Schliemann, als Betreiber nun eine neue Position.
Wir werden trotz des großen Erfolgs der Villa Fernsicht zum Ende des Jahres 2010 den Gastronomiebetrieb einstellen, den Publikumsmagneten "Grusellabyrinth" verlagern und das jetzige Grundstück veräußern.

Zu dieser bitteren und für uns sehr schmerzlichen Entscheidung ist es folgendermaßen gekommen:
Um einen Ausweg aus der für uns zunehmend unübersichtlichen Gemengelage aus rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Implikationen zu finden, sahen wir uns Ende des Jahres gezwungen, externe Beratung einzuholen. Diese hat uns vor Weihnachten einen Weg aufgezeigt, wie unter möglichst weitgehender Berücksichtigung aller betroffenen Interessen ein rechtssicherer Fortbestand der Erlebnisgastronomie "Villa Fernsicht" erreicht werden könnte. Betrachtet wurden aber auch die rechtlichen und politischen Voraussetzungen, die Schwierigkeiten und die Risiken, die auf diesem Weg bestehen würden.

Über Weihnachten und Neujahr haben wir die Situation unter wirtschaftlichen und perspektivischen Gesichtspunkten innerhalb der Familie beraten. Da wir seit 110 Jahren fest mit der Villa Fernsicht und Raisdorf verwurzelt sind, war es ein äußerst schwieriger und emotional schmerzlicher Prozess, aber das Ergebnis war schließlich eindeutig: gutes Entertainment braucht Freiraum für Kreativität und Platz für Visionen. Dieses ist für unser erfolgreiches Gastronomiekonzept an diesem Standort nicht ausreichend gegeben.

Die wesentlichen Gründe für den Abschied von der Villa Fernsicht sind:
- Für die Villa Fernsicht bietet sich selbst dann, wenn auf dem vorgezeichneten, schwierigen Weg schließlich eine befriedigende Lösung erreicht werden kann, künftig keine Möglichkeiten den Betrieb zu erweitern oder künftigen Entwicklungen anzupassen. Selbst wenn eine für Nachbarn, Politik und Betreiber zufrieden stellende Lösung erreicht werden könnte, wäre sie unternehmerisch für das erfolgreiche Konzept eine Sackgasse.

- Wir waren schon Ende des Jahres 2009 im langjährigen Kampf um die Baugenehmigung für die Attraktionshalle am Ende unserer Kraft und unserer Nerven angelangt. Wir sehen nicht, dass wir ein weiteres, langwieriges, mit dem Versuch der Konfliktbewältigung verbundenes Verfahren zur Sicherung unserer Existenz durchstehen könnten.

Was wir für unsere Zukunft planen:
Wir werden uns nun um einen neuen, besser geeigneten und zukunftssicheren Standort für das Grusellabyrinth und die Erlebnisgastronomie sowie um die Veräußerung unseres jetzigen Grundstückes bemühen. Interessierte Städte, Gemeinden, Unternehmen und Investoren, die einen geeigneten Standort für den Publikumsmagneten anbieten möchten, können sich jetzt gern an uns wenden.
Parallel suchen wir nach einem Käufer für das fast 9000m² große Anwesen am Schwentinepark. Interessenten finden auf unserer Internetseite die nötigen Informationen. Das Ensemble besteht aus Villa Fernsicht, Castello-Festsaal, Aussichtsterrasse und einer Parkanlage mit über 100 Jahre altem Baumbestand.

Sind Reservierungen für das Jahr 2010 in Gefahr?
Wichtig ist für alle bereits gebuchten Festlichkeiten, Hochzeiten und Veranstaltungen in 2010, dass diese in jedem Fall umgesetzt werden. Wir können mit absoluter Gewissheit versichern, dass niemand sich um die Durchführung seiner bereits gebuchten Veranstaltung sorgen muss und freuen uns auf weitere Anmeldungen für die Abschiedssaison 2010.

Was ist für die Abschiedssaison geplant?
Für die Abschiedssaison 2010 gibt es ein buntes Programm, dass auf dieser Internetseite präsentiert wird. Des Weiteren gibt es Planungen für eine Historien-Ausstellung im Sommer sowie ein Buch über die komplette Geschichte der 110 Jahre alten Villa Fernsicht. Für dieses Projekt würden wir uns sehr freuen, wenn alte Bilder, Geschichten und Zeitungsartikel, soweit in Privatsammlungen oder Gemeindearchiven vorhanden, an uns getragen werden bzw. verliehen werden.

Gibt es 2010 ein Grusellabyrinth?
In Abhängigkeit vom Stand der Vermarktungsbemühungen hoffen wir Ihnen, unserem treuen Publikum, im Herbst noch eine Abschiedsvorstellung des Grusellabyrinthes präsentieren zu können. Voraussetzung hierfür ist, dass das geplante Konzept einer deutlich verkleinerten Abschieds-Attraktion, eingeschränkter Öffnungs- und Laufzeiten von der Politik und den Anwohnern einvernehmlich angenommen wird. Wir stehen diesbezüglich mit der Stadt Schwentinental und dem Kreis Plön im Gespräch.

Die Forderungen der Bürgerinitiative nach einer Verlagerung des Betriebes werden mit der endgültigen Verlagerung der Gruselattraktionen in allen Punkten erfüllt. Damit möchten wir auch auf größtmögliche Weise auf unsere Nachbarn zugehen, deren Argumente wir stets ernsthaft in unsere Überlegungen mit einbezogen haben. Wir wünschen uns von den Kritikern, dass die Möglichkeit für einen würdevollen Abschied mit einer kleinen Abschiedsattraktion nicht blockiert wird.
Allen, die sich durch uns beeinträchtigt und angegriffen gefühlt haben, möchten wir die Hand reichen und darum bitten, uns einen reibungslosen, unsere menschliche Existenz sichernden Übergang zu ermöglichen. Für unsere Familie, das Team der Villa Fernsicht und die zahlreichen Fans wünschen wir uns einen würdigen Abschied.

Allen Nachbarn, Gästen, Mitarbeitern und Unterstützern möchten wir für ihre tatkräftige und moralische Unterstützung in der Vergangenheit danken und um Verständnis für diesen Schritt bitten. Sie können versichert sein, dass dieser niemandem schwerer gefallen ist als uns, der Familie Schliemann, deren Name seit Generationen und Jahrzehnten mit Raisdorf und der Villa Fernsicht verbunden ist.

Ihre Familie Schliemann

    

 

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